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Fruchtfliegen?? NICHT IMMER!

 

Fruchtfliegen auf Äpfel

Aussehen

Fruchtfliegen sind sehr kleine Fliegen, die in der Regel nur zwei bis drei Millimeter lang werden. Manche Fruchtfliegen haben rote Augen. Einige Arten besitzen auf dem Hinterleib dunkle Querstreifen. Die Larven werden auch Maden genannt. Sie sind weißllich gefärbt, besitzen keine Beine und entwickeln sich in überreifen Früchten, Obstabfällen wie zum Beispiel Bananenschalen und ähnlichem.

Lebensweise

Fruchtfliegen Apfelsinen

Die Fliegen ernähren sich hauptsächlich von Flüssigkeiten und legen ihre Eier an überreifem Obst, Obstabfällen oder gärenden Flüssigkeiten wie Fruchtsäften, Wein, Essig oder Bier ab. Hier entwickeln sich die weißlichen Maden. Im Sommer, wenn die Temperaturen hoch sind, dauert es nur rund 10 Tage, bis sich aus den Eiern wieder die nächste Fliegengeneration entwickelt hat. Aufgrund dieser schnellen Entwicklung und der hohen Vermehrungsrate kann ein einziges Fruchtfliegenweibchen in nur einem Monat theoretisch 16 Millionen Nachkommen haben.

Vorkommen

Fruchtfliegen kommen weltweit vor und können leider leicht eingeschleppt werden. Diese winzigen Fliegen können sich überall dort explosionsartig vermehren, wo pflanzliche Abfälle unhygienisch gelagert werden. Regelmäßig treten diese Schädlinge in Biomülltonnen und Komposthaufen auf. Von hier fliegen sie dann auch in die Wohnungen um ihre Eier an Früchten – vor allem an überreifem Obst – abzulegen. Massenvermehrungen gibt es besonders im Sommer in Großküchen, Keltereien, Brauereien oder Obstlagern. In Lebensmittelbetrieben leben Fruchtfliegen das ganze Jahr über und können sich hier auch fortlaufend vermehren.

Wie kann man sich vor Befall schützen?

Leider kann man sich nicht 100-prozentig vor einem Befall mit Fruchtfliegen schützen, da die Fliegen in der warmen Jahreszeit überall vorkommen und durch geöffnete Fenster in die Wohnung fliegen. Um zumindest zu vermeiden, dass sich Fruchtfliegen im Sommer explosionsartig vermehren, müssen insbesondere Obstabfälle so gelagert werden, dass die Fliegen hier nur schlecht ihre Eier ablegen können. Man sollte Obstabfälle daher nicht auf dem Kompost entsorgen, sondern besser in die Biomülltonne werfen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Abfälle gut in Zeitungspapier eingewickelt werden. Der Deckel der Biomülltonne muss selbstverständlich immer gut geschlossen werden. In der Wohnung sollte man Obst vor allem im Sommer am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Welche Probleme verursachen diese Schädlinge?

Fruchtfliegen können Bakterien und andere Krankheitserreger übertragen, wenn sie z. B. zuerst im Komposthaufen auf Obstabfällen gesessen haben und dann später auf Lebensmitteln herum laufen. Aus diesem Grund gelten diese kleinen Fliegen auch als Hygieneschädlinge.

Falls Sie bei sich zu Hause einen Fruchtfliegenbefall festgestellt haben, aber die üblichen auf dem Markt erhältlichen Mittel oder auch die sogenannten „Hausmittel“ nicht den gewünschten Erfolg bringen, könnte es eventuell sein, dass der Befall nicht durch die „normale Fruchtfliege“ (Drosophila Melanogaster) besteht, sondern durch die Kirschfruchtfliege (Ragoletis cerasi).

Fruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege fliegt in den Monaten Mai, Juni, Juli. In dieser Zeit legt Sie ihre Eier vorwiegend in Kirschen ab. Dies erkennt man durch die sog. Einbohrlöcher. Dann entwickelt sich die Made in der Frucht und tritt durch das Schlupfloch wieder aus. Die Made sucht sich ein ruhiges Versteck im Erdreich und verpuppt sich dort. In den Monaten August bis April ruht sie dort, bevor sie dann schlüpft und ausfliegt.

Die „normalen“ Fruchtfliegen fliegen üblicherweise erst bei Pflaumen-, Äpfel- und Weintrauben-Ernte.

Quellen:

  • Kundeninformation der Berufsverbände Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e. V. (DSV)
  • Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e. V. (Vfös)
  • Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen e. V. (SVS)

      © Text und Fotos: Dr. Martin Felke

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